Historie
Die Geschichte von Ludwig & Sons ist nicht nur die eines Handwerksbetriebs, der sich seit 1928 von einer kleinen Dorfschreinerei zu einem weltweit tätigen Unternehmen entwickelt hat. Es ist auch die Geschichte einer Unternehmerfamilie, die mit Leidenschaft und Innovationskraft ihre Tradition über Generationen hinweg fortgesetzt hat. Durch die Kombination von bewährter Handwerkskunst und stetigem Innovationsgeist konnte die Unternehmensgeschichte trotz Weltkriegen, Wirtschaftskrisen und Pandemien über 95 Jahre hinweg erfolgreich weitergeführt werden. Ob privater Anbau oder Großprojekt, ob viktorianischer Wintergarten oder Poolhaus – Ludwig & Sons bleibt bis heute eine Manufaktur für handwerkliche Unikate, die so individuell sind wie ihre Besitzer. Diese Tradition spiegelt sich auch in der Marke wieder, die in Hommage an den Firmengründer Ludwig Krenzer bis heute „Ludwig & Sons“ heißt.
1920-1923: Schreinerlehre von Ludwig Krenzer
Ludwig Krenzer wurde am 19. Februar 1904 als zweiter Sohn einer seit über 300 Jahren in der Landwirtschaft tätigen deutschen Bauernfamilie in Dietges geboren. Da er als Zweitgeborener nicht der Hoferbe war, entschied er sich im Gegensatz zu seinen Brüdern Anton und Edmund für eine Schreinerlehre. 1919, als Ludwig erst 15 Jahre alt war, verstarb sein Vater Karl Krenzer im Alter von nur 52 Jahren an Magenkrebs. Infolgedessen wartete Ludwig ein weiteres Jahr, um seine alleinerziehende Mutter in der Landwirtschaft zu unterstützen. Mit 16 Jahren begann er schließlich seine Schreinerlehre im gleichen Dorf und schloss diese 1923 erfolgreich ab.
1923-1928: Wanderschaft
Nach Abschluss seiner Schreinerlehre begab sich Ludwig Krenzer, wie damals üblich, auf Wanderschaft. Diese Phase nutzten Gesellen nach ihrer Lehrzeit, um neue Arbeitsmethoden, Betriebe und Orte kennenzulernen. Während dieser lehrreichen Zeit erweiterte Ludwig seine bisherige Erfahrung in der Verarbeitung von Massivholz, indem er den Umgang mit Furnieren und die Herstellung hochwertiger Möbel erlernte. Neben Stationen in Fulda und Dortmund arbeitete er längere Zeit in Kelkheim, der „Stadt der Möbel“. Diese Stadt im Taunus, fast gleich weit von Frankfurt und Wiesbaden entfernt, war damals für ihren ausgezeichneten Ruf im Möbelhandwerk bekannt und ist es bis heute aufgrund ihrer ununterbrochenen Tradition im Schreinerhandwerk.
1928-1931: Beginn der Selbstständigkeit
Nach seiner Rückkehr von der Wanderschaft und mit vielen neuen Erfahrungen im Gepäck machte sich Ludwig Krenzer auf dem elterlichen Bauernhof in Dietges selbstständig. Er richtete seine Werkstatt in zwei Räumen des Nebenhauses, auch „Auszugshaus“ genannt, ein, während die wenigen Maschinen in der Scheune untergebracht waren. Als Dorfschreiner in einem kleinen Ort in der rauen Rhön fertigte er alles, was die umliegenden Haushalte benötigten – von der Wiege bis zur Bahre. Zu seinem Produktportfolio gehörten unter anderem Fenster, Türen, Treppen sowie Möbel für Küchen, Schlafzimmer und Wohnzimmer. Betrachtet man heute die begrenzten Mittel, die ihm in diesen bescheidenen Verhältnissen zur Verfügung standen, und das handwerkliche Geschick, das für eine so breite Produktpalette erforderlich war, ist seine Leistung umso bemerkenswerter. Ohne diesen beeindruckenden Einsatz gäbe es das heutige Unternehmen nicht.
1931-1933: Meisterprüfung und Umzug
Am 19. Dezember 1931 bestand Ludwig Krenzer erfolgreich seine Meisterprüfung. Anschließend begann er mit den Vorbereitungen für seine eigene Schreinerwerkstatt: Am 19. Oktober 1932 erwarb er ein Grundstück in seinem Geburtsort, womit er den Grundstein für den heutigen Hauptsitz von Ludwig & Sons legte. Zwischen 1932 und 1933 errichtete er eine für die damalige Zeit beeindruckend große Schreinerei mit Wohnhaus. Alles wurde per Handarbeit erledigt, von den Erdarbeiten bis zum Mischen von Beton und Mörtel. Ab 1933 war der gesamte Betrieb in die neue Werkstatt umgezogen. Ein Dieselmotor trieb die Maschinen an, und als Beleuchtung dienten Petroleumlampen, da Dietges erst 1938 Strom erhielt. Die Produktion konnte beginnen!
1933-1941: Erste Mitarbeiter
Die hohe Qualität der Schreinerarbeiten sprach sich schnell herum, und der Betrieb wuchs stetig. Junge Familien bestellten ihre Küchen- und Schlafzimmermöbel komplett bei Ludwig Krenzer, die maßgefertigt und mit allem Zubehör ausgestattet waren. Diese Möbelstücke wurden zunehmend auch überregional, etwa nach Bad Orb und Umgebung, geliefert. Um das steigende Auftragsvolumen zu bewältigen, wurde tatkräftige Unterstützung benötigt. Neben Emil Schmitt, dem Bruder von Anna Krenzer, und Edmund Krenzer, Ludwigs Bruder, wurden die ersten drei Lehrlinge aus den Nachbarorten eingestellt.
1945: Neubeginn
Auch der Betrieb von Ludwig & Sons wurden durch die Schrecken des zweiten Weltkriegs lahmgelegt. Die Arbeiten mussten zwischenzeitlich komplett eingestellt werden, der Weiterbetrieb war mehr als zweifelhaft. Glücklicherweise konnte der Tischlerreibetrieb nach dem Ende des Dritten Reiches wieder aufgenommen werden. Der Neustart begann allerdings wieder bei Null. Der erste Auftrag war zum Beispiel eine zweiteilige Viehstalltür mit einer zusätzlichen Luke, die gegen Naturalien verkauft wurde. Am 1. Dezember 1945 begann dann Arnold Link aus Dietges seine Schreinerlehre bei Ludwig Krenzer und verstärkte den Betrieb spürbar. Herr Link blieb Ludwig & Sons anschließend 48 Jahre treu und leistete mit seinen Kollegen in dieser Zeit einen wertvollen Beitrag zur erfolgreichen Wiederaufnahme des Tischlereibetriebs.
1945-1960: Wirtschaftswunder
In den folgenden Jahren wurden die Produktionskapazitäten kontinuierlich erweitert. Auch Ludwig & Sons profitierte vom deustchen Wirtschaftswunder der 1950er Jahre, wobei die Auftragslage von „sehr gut bis zu viel“ reichte. Mittlerweile war auch Erhard Krenzer, der älteste Sohn von Ludwig und Anna Krenzer, im Unternehmen tätig. Er hatte am 1. Oktober 1949 seine Schreinerlehre im elterlichen Betrieb begonnen und 1952 mit der Gesellenprüfung erfolgreich abgeschlossen. 1958 stieß Werner Zentgraf als gelernter Schreiner zum Team und feierte 2018 sein 60-jähriges Arbeitsjubiläum. Auch danach blieb er Ludwig & Sons treu und gilt bis heute als eines der handwerklichen Ausnahmetalente in der Firmengeschichte.
Die ersten Firmenwagen: Vom Motorrad zum Transporter
Das 1936 gekaufte Motorrad wurde während des Zweiten Weltkriegs beschlagnahmt. So begann der Betrieb 1946 wieder mit einem Herrenfahrrad, das gegen einen Küchenschrank eingetauscht worden war. 1947 wurde ein neues Motorrad erworben, diesmal im Tausch gegen einen Wohnzimmerschrank. Bis 1955 wurden auswärtige Montagen mit diesem schweren Motorrad durchgeführt. Das benötigte Material wurde mit dem Milchtransporter aus dem Nachbarort zur Baustelle transportiert, während die Monteure bei Wind und Wetter mit dem Motorrad und ihrem Werkzeug hinterherfuhren. Im Frühjahr 1955 wurde schließlich ein VW Käfer mit Anhänger angeschafft, wodurch die Produkte erstmals selbst zur Baustelle gebracht werden konnten. Dies war ein großer Fortschritt, der heute selbstverständlich erscheint. Der VW Käfer wurde später durch einen Opel als zweiten Firmenwagen ersetzt, der wiederum in den 1960er Jahren durch einen VW Transporter abgelöst wurde, wodurch die Anhängermontage überflüssig wurde.
1960-1994: Erste Großprojekte
In den 1960er Jahren erhielt Ludwig & Sons erste Großaufträge. Um das Arbeitspensum zu bewältigen, mussten die Räumlichkeiten kontinuierlich erweitert werden: 1966 und 1972 wurden doppelstöckige Werkstattbereiche an die bestehenden Gebäude angebaut, und 1983 kam schließlich eine größere Halle hinzu. Der erste Gabelstapler wurde angeschafft und die Mitarbeiterzahl stieg zwischenzeitlich auf 20 bis 22. Ab 1986 trat Andreas Krenzer, der zweitälteste Sohn von Erhard und Ursula Krenzer, in die Betriebsführung ein. In dieser Zeit begann die Spezialisierung auf individuelle Verglasungsprojekte wie viktorianische Wintergärten und Orangerien.
1994-2000: Erweiterung des Firmengebäudes
Am 1. Januar 1994 übernimmt Andreas Krenzer die Leitung der Firma Krenzer und gründet eine GmbH. Zuvor hatte er die Meisterschule in Bad Wildungen besucht, sein Meisterstück angefertigt und am 30. Juni 1990 die Meisterprüfung erfolgreich abgelegt. Bereits 1996 werden die Firmengebäude umfassend erweitert und saniert: Die bestehende Halle wird um zusätzliche Fertigungs- und Lagerbereiche vergrößert. Zudem wird ein großer Ausstellungsbereich integriert, und Fenster, Außenputz sowie die Außenanlage werden erneuert. Das zuvor uneinheitliche „bauliche Stückwerk“ der vergangenen Jahre erhält eine einheitliche Linie, und das Firmengebäude der Krenzer GmbH, wozu die Marke Ludwig & Sons gehört, erstrahlte in neuem Glanz. Parallel dazu schreitet die Spezialisierung auf viktorianische Wintergärten und Orangerien im Holz-Aluminium-System weiter voran.
2009: Anschaffung neuer CNC-Maschine
Im Jahr 2009 wurde eine neue Hightech-CNC-Maschine geliefert und installiert, die in den Folgejahren zum Herzstück unserer teilautomatisierten Fertigung avancierte. Ursprünglich für den Möbelbau konzipiert, wurde das Bearbeitungszentrum speziell für unsere Bedürfnisse umprogrammiert. Dies ermöglicht es uns bis heute, auch komplexe Bearbeitungen an größeren Holzteilen, wie sie für viktorianische Wintergärten und Orangerien benötigt werden, mit hoher Präzision auszuführen. Dadurch werden die Komponenten in Möbelqualität gefertigt. Obwohl der gesamte Fertigungsprozess nach wie vor stark von Handarbeit geprägt ist, hat diese Anschaffung einen wesentlichen Fertigungsschritt teilautomatisiert und somit die Effizienz erheblich gesteigert.
2016: Größter Wintergarten in Firmengeschichte
Nach monatelanger Vorbereitung erfolgte im Jahr 2016 schließlich die Montage unseres bisher größten Wintergartenprojekts. Es handelte sich um einen viktorianischen Wintergarten, der in der Eingangshalle der bekannten Iulius Mall in Timisoara errichtet wurde. Die komplexe Dachkonstruktion und die großen Spannweiten stellten hohe Anforderungen an das gesamte Know-how unserer Konstrukteure. Insgesamt wurden 192 Dachscheiben eingeplant und bei der Montage ohne Bruch erfolgreich eingesetzt. Dieses einzigartige Wintergartenprojekt erregte überregionale Aufmerksamkeit und demonstrierte unsere Fähigkeit, auch große und komplexe Hotel- und Gastronomieprojekte professionell umzusetzen. Der viktorianische Wintergarten avancierte zum gastronomischen Highlight der Iulius Mall und empfängt täglich durchschnittlich 850 Gäste.
2021: Neubau des Ausstellungseingangs
Im Jahr 2021 wurde unser neuer Ausstellungseingang fertiggestellt. Der kubische Anbau wurde in ökologischer Holzbauweise errichtet und besticht durch seine großen Glasfassaden in einer eleganten Pfosten-Riegel-Konstruktion. Der Kontrast des modernen Anbaus zu unseren historisierenden und klassisch-eleganten Wintergärten und Orangerien im Innenbereich wurde bewusst gewählt. So geraten unsere Kunden immer wieder ins Staunen, wenn sie außen zunächst den modernen Eingang erleben und innen die verzierten Wintergärten und Orangerien im viktorianischen Stil sehen. So weiß man die notwendige Handwerkskunst, die es zur Fertigung unserer Produkte bedarf und die sich auch in dem Detailreichtum der Konstruktion zeigt, wieder mehr zu schätzen. Diese handwerkliche Kunstfähigkeit haben wir bis heute beibehalten und zeigen sie stolz in unserem Indoor-Showroom. Erleben Sie es selbst und buchen einfach online einen Termin!
2022: Inbetriebnahme neuer PV-Anlage
Wir als Inhaberfamilie von Ludwig & Sons legen großen Wert auf nachhaltiges Wirtschaften und möchten unseren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Daher haben wir im September 2022 fast die gesamte Südseite unseres Hallendachs mit einer 151,7 kWp starken Photovoltaikanlage ausgestattet. Die erzeugte Solarenergie nutzen wir für den Betrieb der neu installierten Wärmepumpen und die wachsende Flotte an Elektro-Firmenwagen. An sonnigen Tagen erreichen wir mit den insgesamt 370 Solarmodulen eine zeitweise völlig autarke Energieversorgung, sodass der gesamte Strombedarf des Firmengebäudes durch selbst erzeugte erneuerbare Energie gedeckt wird. Darüber hinaus können Kunden und Mitarbeiter an unseren Elektro-Ladesäulen und -Wallboxen kostenfrei „Sonne tanken“. So tragen wir als mittelständische Schreinerei aktiv zur Bekämpfung der Klimaerwärmung bei!
Von der Tradition in die Zukunft
Unsere Geschichte beginnt 1928 mit Ludwig Krenzer – doch sie lebt in unserer heutigen Manufaktur jeden Tag weiter. Aus der kleinen Schreinerei in der Rhön ist ein spezialisiertes Familienunternehmen in vierter Generation geworden, das viktorianische Wintergärten, Orangerien und Poolhäuser auf höchstem handwerklichem Niveau realisiert. Wenn Sie entdecken möchten, wie aus dieser Tradition moderne Unikate entstehen, laden wir Sie ein, unsere Welt kennenzulernen: In unserer Manufaktur sehen Sie, wie Handwerkskunst und CNC-Technik zusammenwirken. In unserem Showroom erleben Sie Materialien, Formen und Details im Original. Und in unserer strukturierten Projektabwicklung – von der ersten Video-Beratung bis zur fertigen Montage – spüren Sie, wie viel Erfahrung und Sorgfalt in jedem Schritt steckt.